Die Abfindung könnte man auch als Entlassungsentschädigung umgangssprachlich besser definieren. Ein Kündigungsschutzverfahren wird zumeist angestrengt, um eine Abfindung festsetzen zu lassen. Oft wird dies aber nicht nötig: Seitens des Arbeitgebers wird ein Kündigungsschutzverfahren gerne außergerichtlich durch Zahlung einer Abfindung vermieden.

Die so gefundene Einigung oder besser, den so gefundenen Interessenausgleich, bezeichnet man als Vergleich.

Die Abfindung ist eine Entschädigung für Ihre Entlassung. Sie wird für den Verlust Ihres Arbeitsplatzes gezahlt und zwar dann – und nur dann, wenn Ihnen grundlos gekündigt wurde. Ob grundlos gekündigt wurde oder nicht, enscheidet das Arbeitsgericht im Kündigungsschutzverfahren. Es wird eingeleitet durch eine Kündigungsschutzklage. Während in anderen Ländern jederzeit gekündigt werden kann, ohne einen Kündigungsgrund, gibt es in Deutschland hierfür strenge Regeln. Diese bezeichnet man als Kündigungsschutz, geregelt im Kündigungsschutzgesetz.

Abfindungsrecht

Das Abfindungsrecht findet sich nur ansatzweise etwa im Kündigungsschutzgesetz § 1a KSchG geregelt. Ansonsten wird die Höhe der Abfindung durch eine Vielzahl von Gerichtsentscheidungen, vgl. Abfindung, Höhe der, geprägt.

Abfindung, Höhe der

Die Höhe der Abfindung ist nicht gesetzlich geregelt. Gleichwohl findet sich in der gerichtlichen und anwaltlichen Praxis folgende Fausformel häufig bestätigt:

Höhe der Abfindung = ein halbes Bruttomonatsgehalt für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit

Das halbe Bruttogehalt erhöht sich bei leitenden Angestellten auf ein ganzes Bruttomonatsgehalt.

Dies ist nur eine Faustformel: Bei der Bemessung der Höhe der Abfindung spielen folgende Faktoren meist eine wesentliche Rolle:

  • das Lebensalter des Arbeitnehmers
  • die Betriebszugehörigkeitsdauer des Arbeitnehmers
  • die wirtschaftliche Lage des Arbeitgebers

Die Höhe von Abfindungen ist in der Regel, das heisst, es gibt Ausnahmen, auf maximal 12, bei älteren Arbeitnehmern auf maximal 18 Monatsverdienste begrenzt (§ 10 KSchG).

Die Höhe der Abfindung hängt stark von der Verhandlungsposition und dem Verhandlungsgeschick, auch von der Erfahrung und dem theoretischen Wissen des Anwalts ab. Auch gibt es regionale Unterschiede, die man kennen sollte: Das Arbeitsgericht Hamburg entscheidet regelmässig anders als Arbeitsgerichte in Süddeutschland: Die Finanzkraft des Unternehmens, Alter des Arbeitnehmers und die Betrienszugehörigkeit können eine unterschiedlich starke Rolle spielen. Gerade dann kommt es auf eine richtige Darstellung des Sachverhalts an.

 

Zurück zur Übersicht

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen