Krankheit

Krankheit als solche ist kein Kündigungsgrund. Vielmehr kommt es darauf an, ob die Krankheit störende Auswirkung auf das Arbeitsverhältnis hat und welche Intensität diese Störungen haben. Selbstverständlich rechtfertigt nicht jede Beeinträchtigung des Arbeitsverhältnisses sofort eine krankheitsbedingte Kündigung.

Das Thema ist komplexer und vielschichtiger, als der umgangssprachliche Begriff "Krankheit" vermuten lässt.

Krankheitsbedingte Kündigungen stellen in der arbeitsrechtlichen Praxis die bedeutsamste Fallgruppe der personenbedingten Kündigung dar. Deshalb hat sich bei Gericht folgendes Prüfungsraster etabliert, dass Punkt für Punkt abgearbeitet wird:

  • Negative Gesundheitsprognose
  • erhebliche Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen
  • Interessenabwägung

In jedem Stadium gilt zugunsten des Arbeitnehmers: Den Arbeitgeber trifft die Beweislast. Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben, in der Ihre Krankheit als Grund genannt ist, so trägt der Arbeitgeber die "Last" darzulegen, dass zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung berechtigt ist. Diese Beweislastverteilung ergibt sich aus § 1 II Satz 4 KSchG.

Eine Kündigung ist nur dann berechtigt, wenn alle dargestellten Prüfungspunkte zu dem Ergebnis führen, dass die Kündigung aufgrund der Krankheit des Arbeitnehmers berechtigt und damit wirksam ist.

Wichtig ist noch, dass sich um eine im Wesentlichen pauschale Vergütung handelt. Es gibt, solange dies nicht vereinbart ist, keine zeitbasierte Abrechnung. Es besteht also kein Anlass, den Kontakt zum eigenen Anwalt aus Kostengründen zu meiden oder auf ein zeitliches Mindestmaß zu beschränken.

Krankengeld

Das Krankengeld beträgt nach allen Abzügen ca. 75 % des vorangegangenen Nettoeinkommens, um eine komplizierte Berechnung abzukürzen: Das Brutto-Krankengeld unterliegt den üblichen Abzügen für soziale Absicherung (Beitragspflichtig in der Pflege- und Renten- und Arbeitslosenversicherung).

Das Krankengeld sollte nicht mit der sog. Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle verwechselt werden. Zuerst bekommt der kranke Arbeitnehmer 6 Wochen Geld - vom Arbeitgeber - die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Danach gibt es Krankengeld - von der Krankenkasse. Die Höhe des Krankengeldes ist gesetzlich geregelt § 47 SGB V.

 

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