Eine Kündigung wirkt nicht sofort. Es muss weiter Arbeitsentgelt gezahlt werden, bis die Kündigungsfrist abgelaufen ist. Das kann, muss aber nicht die gesetzliche Kündigungsfrist sein. Häufig gilt ohne Wissen des Arbeitnehmers eine längere Kündigungsfrist. Diese längere Kündigungsfrist kann selten im Arbeitsvertrag stehen, sehr häufig aber in Tarifverträgen. Das bedeutet dann im Ergebnis: es muss länger das monatliche Arbeitsentgelt gezahlt werden. Ohne Wissen der wahren Kündigungsfrist verzichtet ein Arbeitnehmer häufig monatelang auf ihm zustehende Arbeitsentgelt.

Nach erfolgter Kündigung bedeutet die Einhaltung der Kündigungsfrist für den Arbeitgeber, dass er das Gehalt für bis zu 7 Monate weiter zahlen muss. Die gesetzlichen Kündigungsfristen bilden eine grobe Orientierung- es können abweichende Fristen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart sein. Die gesetzlichen Fristen sind § 622 BGB zu entnehmen:

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

  • 2 Jahre bestanden hat, 1 Monat zum Ende eines Kalendermonats,
  • 5 Jahre bestanden hat, 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 8 Jahre bestanden hat, 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 10 Jahre bestanden hat, 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 12 Jahre bestanden hat, 5 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 15 Jahre bestanden hat, 6 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  • 20 Jahre bestanden hat, 7 Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Die genaue Berechnung erfolgt anhand der Vorgaben des § 622 BGB.

Die Kündigungsfrist gibt in Verbindung mit der richtigen Berechnung Auskunft darüber, wie lange das Arbeitsverhältnis noch besteht, bevor es endet, nachdem eine Kündigung ausgesprochen wurde. Während die Kündigungsfrist läuft, muss der Arbeitnehmer arbeiten und der Arbeitgeber das zustehende Gehalt zahlen.

Nach der Definition bezeichnet die Kündigungsfrist den Zeitraum zwischen Zugang der Kündigung und durch die Kündigung bewirkter Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Normalerweise wird unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist gekündigt (ordentliche Kündigung) : Das Arbeitsverhältnis ist nicht beendet, sobald Sie die Kündigung des Arbeitgebers erhalten. Vielmehr besteht es für die Dauer der Ihnen zustehenden Kündigungsfrist fort. Warum ist das wichtig? Solange das Arbeitsverhältnis besteht, bekommen Sie ihr Gehalt gezahlt. Wenn Sie sich richtig verhalten, u. U. sogar ohne zu arbeiten. Voraussetzung ist, dass sich der Arbeitgeber im Annahmeverzug befindet.

 

Zurück zur Übersicht

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen