Was wäre die Lösung? Behörden müssten Nachmessungen anordnen und es sollte von Anfang an klar sein, dass ein vorliegender Betrug empfindliche Strafen mit sich bringen muss. Wenn sich die Industrie nicht an die Regeln hält, muss es schmerzhaft teuer werden – nur so kann es gehen. In Kooperation mit den Rechtsanwälten der IG Dieselskandal werden wir das weit über den Abgasskandal hinausgehende Thema aktiv angehen und unseren Mitgliedern Strategien für Schadenersatzforderungen gegenüber den Herstellern vorstellen.

Die Folgen der Spritlüge: Nur Peanuts?

Ein PKW hat einen angegebenen Verbrauchswert von 7 Litern auf 100 Kilometern im Mix aus Stadt/Land/Autobahn. Bei einem angenommenen Benzinpreis von 1,50 Euro sind das 10.500 Euro, die auf 100.000 Kilometern ausgegeben werden müssen. Braucht das Auto aber 1,5 Liter mehr, dann kommen wir auf 12.750 Euro. Die Differenz macht bei einer durchschnittlich zu erwartenden Lebensdauer eines Autos (300.000 km) 6.750 Euro aus.

Noch etwas zur Technik

Wie viel verbraucht ein Fahrzeug und welche Abgase entstehen in welcher Menge? Diese Frage kann heute mit dem vereinheitlichten Fahrzyklus WLTP exakter bestimmt werden, als es in der Vergangenheit möglich war. Das neue Verfahren zur Messung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emission orientiert sich näher am alltäglichen Fahrverhalten und ersetzt seit September 2017 den veralteten NEFZ-Standard. Euro 6-Autos müssen nach diesem Standard getestet werden, bevor sie eine Zulassungsgenehmigung erhalten.

WLTP – das bedeutet so viel wie „weltweit harmonisiertes Testverfahren für leichtgewichtige Nutzfahrzeuge“ und beschreibt ein neues Prüfverfahren, das den Verbrauch eines Fahrzeugs bestimmt. Auf Grundlage weltweit gesammelter Realfahrdaten hilft es, auch unter Laborbedingungen, eine realitätsnahe Autofahrt zu simulieren. So berücksichtigt WLTP nicht nur verschiedene Situationen und Geschwindigkeiten im Straßenverkehr, sondern auch die verschiedenen Ausstattungsvarianten und Gewichtsklassen eines Autos.

Nach WLTP gemessene Abgas- und Verbrauchswerte müssen seit 1. September 2017 für alle neu eingeführten Pkw-Modelle und Motoren angegeben werden. Dieses gilt in Europa und vielen anderen Ländern weltweit.

“Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen!” ist schon eins der 10 Gebote und im Regelwerk moderner Rechtsethik ist die Spritlüge eine sogenannte dissoziale Lüge, die den Zweck verfolgt, sich einen Vorteil zu verschaffen. Man spricht landläufig sogar von einer Intrige, wenn die Schädigung des Gegenübers Grundabsicht des dann verbrecherischen Verhaltens ist. Wie auch im Dieselskandal dürfte es sich bei der Spritlüge um ein Vergehen nach § 826 BGB handeln und sich als “vorsätzliche sittenwidrige Täuschung” – u.U. sogar als Betrug – darstellen lassen. Eine solche Handlung würde zivilrechtlichen Anspruch auf Schadenersatz auslösen, wobei es nicht nur um entstandenen Schaden aus der Vergangenheit, sondern auch um die Kompensation des zukünftigen Schadens gehen müsste.

Nachweis des Betrugs

Verbrauchswerte können einfach ermittelt oder gutachterlich festgestellt werden. Als gerichtsfest können eigene Messungen aber nicht herhalten, höchstens als Klagegrund. Da die Gegenseite behaupten wird, der Verdacht würde “ins Blaue hinein” formuliert, kann im Grundsatz nur ein sogenannter Beweisbeschluss (unabhängiges Gutachten) Klarheit bringen.

Schwering-Service

Wir bieten Ihnen ein kostenlose Erstberatung inklusive Abfrage unserer Datenbank und Abgleich der Prospektdaten mit Ihren Realdaten. Sollte sich aus unserer Analyse ein gerechtfertigter Schadenersatzanspruch ergeben, besprechen wir mit Ihnen die weiteren Schritte.

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