Autogetriebe müssen gut manipulierbar sein – und die deutschen Zulieferer lieferten. Diesbezüglich liefen die Geschäfte zwischen deutschen Autoherstellern und dem Ludwigshafener Zulieferer ZF wohl sehr gut. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart sprach ein Bußgeld in Höhe von 42,5 Millionen Euro aus – 2,5 Millionen als Strafe und 40 Millionen als Abschöpfung der Umsätze, die ZF mit diesen zu leicht manipulierbaren Getriebeboxen der Typen AL951 und AL551 in den letzten Jahren gemacht hat.

Dazu jetzt mal zwei Feststellungen: Es muss nicht in jedem Automatik von Audi ein manipulierbares Getriebe stecken – wohl aber ein Getriebe, das sich offenbar leicht manipulieren lässt, dass die Staatsanwaltschaft darin ein Vergehen erkennt. Das lässt Raum für Spekulationen.

ZF hat auf die aktuellen Medienanfragen nicht reagiert – bekannt ist nur, dass das Bußgeld wohl akzeptiert wurde. Recherchen der Kanzlei Schwering Rechtsanwälte aus Hannover haben ergeben, dass die betroffenen Getriebe zumindest seit 2008 in 3,0 und 4,2-Liter Dieselmaschinen der AUDI TDI-Flotte eingebaut wurden, bis hin zu Motorisierungen mit 6 Litern Hubraum und 12 Zylindern.

Audi hat einen großen Teil dieser in den Schadstoffklassen 4, 5 und 6 produzierten Autos auf Anforderungen des KBA verpflichtend zurückrufen müssen – insbesondere den A6 und den A8 in großen Stückzahlen.

Für Verbraucherschützer bleibt aber unklar, wie die Kette zwischen den verschiedenen Ereignissen geschmiedet ist. Rechtsanwalt Schwering: „Wurde beim Entwicklungsauftrag für die Getriebe Wert auf Manipulierbarkeit gelegt? Wurden die Eingriffsmöglichkeiten sogar konkret in Auftrag gegeben? Das würde zumindest das hohe ZF-Bußgeld erklären, das die Staatsanwaltschaft ohne eine direkte Schuldzuweisung oder eine Verwicklung in den Dieselskandal verhängt hat!“

Wie auch immer: Autobesitzer, die ihre Schaltwege den angesprochenen Automatikgetrieben überlassen, müssen wissen, dass Manipulationen wahrscheinlich sind.

In Bezug auf den grad in Fahrt geratenen Benziner-Skandal lohnt sich ein Blick auf die entsprechenden Modelle, in denen die umstrittenen ZF-Schaltboxen eingesetzt wurden.

Die Schaltbox AL951wurde z.B. eingebaut in Audi RS6 (C7) TFSI 4.0 Quattro der Baujahre 2013, 2014, die kleinere Schaltbox wurde im A4, A5, A6 und A7 und A8 Quattro mit 2, 3 oder 4 Liter TFSI Motor seit 2008 verwendet, außerdem in den Quattro-Versionen von Q5 und Q7 in allen angebotenen Hubraumversionen.

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